Tourtagebuch 2017 Teil 4

Home / Allgemein / Tourtagebuch 2017 Teil 4

Tourtagebuch Teil 4 

Dienstag

Sortieren, besuchen, auspacken

Am Dienstag gab es zunächst ein vergleichbares Programm wie an allen anderen Tagen: Päckchen von hier nach dort tragen, sortieren, stapeln, vorbereiten: Wir haben die „große Verteilung“ in Balan vorbereitet und mussten dazu die Geschenke aus der Turnhalle, die für eine gute Woche unser „Basislager“ ist, zum Kulturhaus bringen. Glücklicherweise hat uns Adela zusammengestellt, wie viele Päckchen welcher Altersgruppe wir brauchen. Und dank der vielen Helfer ging es dann sehr schnell, auch wenn wir dabei knapp 800 Päckchen erneut in Händen hatten.

Anschließend besuchten wir bei einigen Patenfamilien, um spezielle Präsente aus Deutschland zu überbringen und uns über die aktuellen Wohnbedingungen und Gesundheitszustände der Familien zu informieren.

Am frühen Abend stand dann wieder der traditionelle Besuch in einem Kinderheim auf dem Plan, im dritten Jahr spricht man bestimmt schon von Tradition… Ein liebevoll geführtes Heim mit etwas mehr als 20 Kindern. Wir hatten nicht nur zwei Geschenke für jedes Kind dabei, die uns eine Freundin extra für dieses Kinderheim zusammengestellt hat, sondern auch noch für alle Kids ein Duschtuch und eine flauschige Decke – Danke, Claudia, Andrea und Monika!

Was für mich das ganz Besondere an diesem Kinderheim ist: Nicht nur, dass uns die Kinder mit wunderschönen Liedern beschenken, sie schenken uns auch noch eine liebevoll gebastelte Karte mit Glückwünschen. Und wir können uns viel Zeit nehmen, um den Kindern beim Auspacken der Präsente zuzuschauen: Der dreijährige Sandor hat mir dann ganz freudig jedes Detail aus seinem Schuhkarton gezeigt und wir haben ein paar Minuten zusammen gespielt.

Irgendwie war dann auch dieser Tag viel zu schnell vorbei.

Matthias für das Weihnachtspäckchen-Team 2017

 

Mittwoch:

Feiern, verschenken, besuchen

Als es bei einem Diskussionsthema gerade ums „Produzieren“ ging und die Frage auftauchte, wer heute das Tagebuch „produziert“ habe ich gerne „ich“ gerufen.

Insgesamt komme ich hier mittlerweile in einen guten Rhythmus. Zu wenig Schlaf, zu wenig bzw. unregelmäßiges Essen, eigentlich trinke ich hier viel zu wenig etc. Aber der Körper gewöhnt sich dran, und wenn man sieht, wie Romas hier leben, weiß man schnell, dass der Mensch und damit der Körper sich offensichtlich sehr schnell noch an ganz andere Dinge im Leben gewöhnen kann.

Heute war es nun angesagt, im Rahmen einer Weihnachtsfeier im Kulturhaus alle Kindergarten- und Schulkinder in verschiedenen Sessions zu beglücken. In der ersten Session heute Vormittag saßen Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren. Zuerst wurde von einigen Kindern etwas Musikalisches vorgetragen und dann hat Frank ihnen im Rahmen einer sehr kurzen, aber prägnanten Geschichte erzählt, was Weihnachten bedeutet. Dabei lächelte sein Kuschel-Schaf in die Runde und auch seine holländischen Clogs hatten ihren Platz. Und dann kamen nacheinander von zwei Seiten alle Kinder auf die Bühne und bekamen ihr persönliches Päckchen überreicht. Mein Job war es, möglichst viele dieser Situationen als Foto festzuhalten. Imponiert haben mir unsere Leute im Team, die bei jedem Kind erneut mit wahrer Freude im Gesicht „Crăciun fericit“ gewünscht haben. Und insgesamt waren es fast 700 Päckchen, also durchaus eine Menge, aber jedes Mal mit einem Lächeln. Mich hat das begeistert.

In der zweiten Session direkt danach kamen dann die Kids aus den höheren Klassen und es lief alles nochmal ab; im Anschluß daran gab es dann die Veranstaltung mit allen Lehrern. Bernd erzählte ihnen, dass Balan sein zweites Zuhause ist und dass diese Lehrer für die Kinder wesentlichste Personen für ihre Entwicklung sind. Und im Rahmen dessen vermittelte er ihnen, was Weihnachten bedeutet und welche Chance eine lebendige Beziehung zu dem neugeborenen Jesus beinhaltet.

Nach kurzem Aufräumen, Umpacken und dem sonstigen logistischen Wahnsinn, der uns hier täglich begleitet, sind wir dann in einer der ärmsten Siedlungen hier gewesen, Valea Stramba. Eine Familie war anwesend, die anderen beiden Häuser standen leer, die Familien waren ausgeflogen. Wir haben jede Menge Hilfsmittel übergeben, die dort auch wirklich nötig sind. Im Anschluss sind wir wieder in die Karpatenstraße in die dortige Baptistengemeinde gefahren und haben die Pakete der Patenkinder überreicht. Selbst der Nikolaus war da. Und es war wieder, wie alte Freunde wiederzutreffen. Csaba, der Diakon dort, hat am Ende dann noch einige Lieder mit uns gesungen und schon war die internationale Verständigung perfekt.

Der weitere Weg führte uns zu Maria, oder um es mit Bernds Worten zu sagen: zu DER MARIA. Dort angekommen erfuhren wir die gesamte Geschichte über Marias Krankheit und ihre Gesundung in Deutschland samt dem Trip, der dazu notwendig war.

Nun war der Tag eigentlich gelaufen, wir waren alle mehr als müde und sehnten uns nach unseren Betten, Füße hoch und Ruhe. Essen? Natürlich, wäre nett, aber irgendwie keine Lust mehr und zu müde. Oben in unserer Wohnung angekommen zogen wir die Schuhe aus und fingen gerade an, die Zimmer zu belegen, da stürmte unser rumänischer Freund Lori samt Maria in die Wohnung und brachte uns einen riesigen Topf Sarmale, ein rumänisches Gericht. Mega lecker und ich bin satt. Beim Gespräch ging es um diverseste Themen, unter anderem ums Produzieren, womit man nun wieder oben anfangen kann zu lesen.

Ich verabschiede mich nun in mein Zimmer und werde mich dem Matratzenhorchen widmen.

Es ist eine gute Zeit hier und es ist es wert, jedes einzelne Päckchen mit Liebe zu übergeben. Jedes Kind hat genau mindestens das verdient.

Darius Gevelhoff für das Weihnachtspäckchen-Team 2017

15_IMG_3921 14_IMG_3802 13_IMG_3790 01_IMG_2800 02_IMG_2915 03_IMG_2945 04_IMG_2967 05_IMG_2982 06_IMG_3139 07_IMG_3143 08_IMG_3261 09_IMG_3352 10_IMG_3597 11_IMG_3706 12_IMG_3830

Julia Druschel
Julia Druschel
Julia leitet die Kindertagesstätte "Kindernestchen" und lenkt die Tätigkeiten des Vereins über ihren Sitz im Vorstand.
Andere Neuigkeiten

Schreibe einen Kommentar