Das beste Weihnachtsgeschenk: Maria ist außer Lebensgefahr

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Die Zeit vergeht wie im Flug. Seit unserem letzten Update von unserem aktuellen Sorgenkind Maria sind schon wieder 13 Tage vergangen. Wir durften und wollten während dieser Zeit keine näheren Informationen zu ihrem Gesundheitszustand herausgeben, da ihre Situation sehr ernst war und wir erst einmal abwarten wollten, wie sie die große Operation übersteht. Danke, dass Ihr dafür Verständnis hattet. Es war für uns ein ständiges Wechselbad der Gefühle und eine sehr angespannte Zeit. Heute möchten wir Euch nun ein paar Infos zukommen lassen. Hier noch mal ihre ganze bisherige Leidensgeschichte in kurzen Worten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm 25. Oktober 2011 wurde Maria in die Ambulanz des Kreiskrankenhauses in Gheorgheni eingeliefert und von dort 5 Tage später in die Notfallklinik von Targu Mures verlegt. Es lag ein akuter Darmverschluss vor, der war zwar bereits diagnostiziert, aber nicht behandelt worden war. Mehrere Notoperationen retteten ihr zunächst das Leben. Ihr Zustand war jedoch äußerst schlecht. Außerdem wurden dann noch einige Infektionen im Bauchraum sowie mehrere Abszesse in Darm, Niere und Lunge festgestellt. Ihre Situation verschlechterte sich zusehends, sie verlor mehr und mehr an Gewicht, bis sie nur noch ca. 12kg wog. Als wir von einem nächtlichen Herz- und Atemstillstand erfuhren, hatten wir kaum noch Hoffnung für Maria. Wie durch ein Wunder erholte sie sich davon aber wieder so gut, dass sie transportfähig war.

Die Möglichkeiten der rumänischen Krankenhäuser entsprechen leider nicht unserem westlichen Standard und nachdem die Infektionen auf die Lunge übergegriffen hatten, konnten die Ärzte ihr dort nicht mehr helfen, somit hatte Maria dort keine Überlebenschance mehr. So entschieden wir, die Kleine schnellstmöglich mit einem Ambulanzflug nach Deutschland zu holen.

Einige von Euch werden sich erinnern, bereits im Jahre 2009 hatten wir den kleinen Roland in einer akuten Notsituation nach Deutschland geflogen. So hatten wir bereits Erfahrungen, mit welchen Behörden kommuniziert werden muss, welche Papiere notwendig sind und mit welchen Kosten wir so zu rechnen hatten. Das damals beauftragte Flugunternehmen existiert jedoch nicht mehr und so holten wir kurzfristig neue Angebote ein, bis wir schließlich bei den erfahrenen Experten vom Malteser Rückholdienst landeten.

vlcsnap-2011-12-02-01h35m08s254Am 30. November war es dann endlich soweit: Maria wurde von Cluj-Napoca nach Siegerland geflogen und kam am Abend in der Uniklinik Marburg an. Dies in einem Satz zu erzählen wird der Situation nicht im Geringsten gerecht, denn es gab einige Komplikationen. Zum Beispiel konnte das Flugzeug aufgrund dichten Nebels und fehlendem Radarsystem in Targu Mures nicht landen und wir waren gezwungen, kurzfristig einen 2½-stündigen Bodentransport zum nächstgrößeren Flughafen zu organisieren. Wer uns auf Facebook folgt, hat das Hin und Her live miterleben können und in dem persönlichen Blog von Daniel könnt Ihr nachlesen, wie er diesen Tag vor Ort erlebt hat.

Während Maria nun in Marbug stabilisiert wurde und durch eine bessere Ernährung auch schnell wieder an Kraft gewann, lief die Diagnostik durch ein interdisziplinäres Ärzteteam auf Hochtouren und nach wenigen Tagen konnte die dringend nötige erste Operation durchgeführt werden.

Am 7. Dezember wurde Maria während einer rund 9-stündigen OP zunächst an der Lunge operiert, da die Lungeninfektion für sie die größte Lebensbedrohung darstellte. Nach diesem schweren Eingriff lag sie beatmet im Koma und wir konnten nur beten und abwarten, ob ihr kleiner Körper die Kraft finden würde, sich zu erholen und ob keine weiteren Komplikationen auftreten würden. Nach zwei Tagen erhielten wir endlich die gute Nachricht, dass die operierte Lungenhälfte wieder eigenständig arbeitete, Maria selbst atmen konnte und wach war. Sie hatte es gut überstanden. Unsere Maria ist eben eine besondere Kämpfernatur.

2011-12-01_17-51-26_974Zu diesem Zeitpunkt war dann zumindest die Folgeinfektion in der Lunge erfolgreich behandelt, das ursprüngliche Problem im Darm bestand jedoch weiterhin. Zwei Wochen durfte sie sich auf der Intensivstation unter der Pflege eines tollen Teams unter der Leitung von Dr. Leonhard erholen, dann wurde sie am vergangenen Mittwoch, den 21. Dezember, erneut in den Operationssaal geschoben. Diesmal ging es um den Darmverschluss. Fünf Stunden arbeitete das interdisziplinäre Ärzte-Team rund um Dr. Zovko. Als erfahrener Chirurg hat er schon sehr viele Operationen durchgeführt, doch nach eigener Aussage war diese auch für ihn eine besondere Herausforderung und er war mit seinem “ganzen Herzen” dabei.

Vorgestern konnten wir Maria nun erneut besuchen. Sie liegt nun wieder auf der Kinderstation und wir können glücklich verkünden, dass sie sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet! Uns allen ist damit ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Wochenlang mussten wir bangen, jetzt können wir feiern. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte es für Maria und ihre Familie und natürlich auch für uns nicht geben können. Momentan macht man uns sogar Hoffnung darauf, dass sie ohne bleibende Schäden leben können wird.

Ihre weitere Behandlung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, jedoch wird sie diese nicht ausschließlich im Krankenhaus verbringen. Zunächst wird sie wahrscheinlich in eine Fachklinik für Rehabilitation verlegt werden, wo sie sich über einen längeren Zeitraum erholen kann, ihr Allgemeinzustand stabilisiert wird und sie zur Ruhe kommen kann. So ist ihr Gewicht zum Beispiel zwar den Umständen entsprechend, beträgt jedoch immer noch nur die Hälfte von dem, was ein “normales” Kind wiegen sollte. Doch wir sind zuversichtlich, dass sie dass auch noch schafft.

Wir sind absolut begeistert von der enormen Anteilnahme und Spendenbereitschaft, die wir in den vergangenen vier Wochen erleben durften. Mittlerweile sind rund 27.000 Euro zusammengekommen! Damit konnten wir den Ambulanzflug bezahlen, sowie die Versorgung des mitgereisten Vaters im Krankenhaus und dem zurückgebliebenen Teil der Familie in Rumänien sicherstellen.

Uns allen muss gleichwohl klar sein, dass die kleine Maria nach überstandener Behandlung nicht mehr in das Slum der Romasiedlung in Rumänien zurückkehren kann. Wir haben diese Aktion nicht in die Wege geleitet, damit sie nach erfolgreicher Behandlung in Deutschland in einem halben Jahr an Tuberkulose stirbt. Die hygienischen Umstände dort lassen eine nachhaltige Genesung schlichtweg nicht zu, insbesondere da sie vorraussichtlich eine Zeitlang mit einem künstlichen Darmausgang leben muss. Daher wird es bei uns in der nächsten Zeit Thema sein, Strategien für die Zukunft von Maria und ihrer Familie zu entwickeln. Sie werden ein neues, besseres zu Hause brauchen.

Ein riesengroßes Dankeschön gilt allen Spendern, die diese Aktion erst möglich gemacht haben, den Mitarbeitern des Malteser Rückholdienstes, sowie dem Team der Marburger Uniklinik, inbesondere Herrn Dr. Zovko und Herrn Dr. Leonhard, sowie den Pflegern und Schwestern der Intensiv- und Kinderstation, die sich so liebevoll um Maria kümmern. Wir wünschen Euch allen gesegnete und geruhsame Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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Daniela Möller
Daniela Möller
Daniela Möller setzt sich ehrenamtlich in den Bereichen der Event-Organisation ein und leitet die jährliche Weihnachtspäckchenaktionen.
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  • Tina Ryan
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    Wir wünschen Euch allen Frohe Weihnachten. Das ist wahrhaftig ein tolles Weihnachtsgeschenk! Liebe Grüße an alle vom Kunterbunten Kinderzelt, Gott segne Euch.

  • Mirella Herrmann
    Antworten

    Hallo Ihr Lieben,
    Euch allen auch ein gesegnetes Weihnachtsfest und ich bin sehr froh, dass es Maria geschafft habt und hoffe, dass eine gute Zukunftslösung für sie und ihre Familie gefunden wird.
    Alles Liebe und Gute für 2012!
    Mirella

  • Ute Sifferath
    Antworten

    Ich wünsche Euch viel Segen Gottes für Eure Bereitschaft Kindern zu helfen.
    Alles Liebe
    ute

  • Craig Mallary
    Antworten

    Die Rettung des Lebens eines Kindes ist das grösste Weihnachtsgeschenk das man geben kann. Gott wird jeden segnen der sich daran beteiligt.

  • Michael Uhde
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    Meine gesamte Familie aus Suedfrankreich, bei der ich mich gerade befinde, sind von dieser Nachricht begeistert. So macht Weihnachten Sinn. Wir danken allen Helfern, die dieses, soll man es Wunder nennen, moeglich machten. Ich selber bin seit 1995 fuer in Not geratene Kinder in Transsylvanien humanitaer aktiv und freue mich ueber jedes gerettet Kind.

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