Update von Maria aus dem Krankenhaus

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Viele haben uns in den letzten Tagen per Email, Telefon und auf Facebook kontaktiert und nach Marias Verfassung gefragt. Über Eure Anteilnahme freuen wir uns sehr und bringen Euch hiermit das erste größere Update. Wie Ihr schon wisst ist Maria seit Mittwoch Abend im Uniklinikum Marburg und liegt dort auf der Kinderintensivstation. Ihr Zustand ist ernst, aber nicht hoffnungslos.

Eine wichtige Voraussetzung für ihre Verlegung nach Deutschland war die Zusicherung der Behandlungskostenübernahme durch die rumänische Krankenkasse auf Basis eines EU-Abkommens. Um das Formular (E112) für diese Kostenabsicherung zu erhalten, mussten unsere Mitarbeiter in Rumänien viel Arbeitszeit und Beharrlichkeit investieren. Dieses Formular musste zunächst vom behandelnden Arzt in der rumänischen Klinik ausgefüllt und unterschrieben werden und dann von der obersten Instanz der 250km entfernten, für Maria zuständigen, Krankenkasse abgesegnet werden. Zwar werden durch dieses EU-Abkommen die Behandlungskosten getragen, nicht jedoch die Transport- und Rahmenkosten. Um diese sicherzustellen fehlen uns aktuell noch rund 13.000 EUR.

Gestern flog unser Mitarbeiter Laci aus Balan nun kurzfristig nach Deutschland und brachte das dringend benötigte Original des Formulars. Ihn hier zu haben ist darüberhinaus hilfreich für Maria. Als Teil unseres rumänischen Teams betreut und begleitet er die Kleine nun schon einige Zeit und ist für sie eine vertraute Bezugsperson. Seit gestern ist er in der Klinik, um den Vater zu unterstützen mit Maria zu reden, sie zu trösten und ihr zu erklären, was mit ihr gemacht wird.

Dank seiner Übersetzung können die Schwestern, die sich liebevoll um das traumatisierte Mädchen kümmern, mit ihr kommunizieren und erfahren, was sie am liebsten isst und ob es ihr an etwas fehlt. Das Reden fällt ihr schwer, aber wir erfahren, dass sie Joghurt und Marmeladenbrot mag. Damit wird sie nun aufgepeppelt, denn für den weiteren Verlauf ihrer Behandlung ist es sehr wichtig, dass sie zu Kräften kommt und sich von den Strapazen der letzten Tage erholt. Eine Psychologin war ebenfalls anwesend und sprach mit ihr. “Alle sind so nett und freundlich zu mir”, ließ sie verlauten und auf die Frage, ob ihr das Krankenhaus gefällt, antwortete sie “es ist eine schöne Wohnung.”

Sie hat bereits Freundschaft mit den Stationsschwestern geschlossen, die nun schon recht gut wissen, wie sie ihr eine Freude machen können. Maria malt unheimlich gerne und darf nun erleben, dass ihr Leben wertvoll ist und es Menschen gibt, die sich ihrer liebevoll annehmen.

Natürlich hat Maria auch Heimweh, vor allem vermisst sie ihre Mama und ihren Zwillingsbruder David, zu dem sie eine sehr enge Bindung hat. Daher wird es in den nächsten Tagen darum gehen, den Mutter und den Bruder nach Deutschland zu holen. Bemühungen unsererseits dazu sind bereits im Gange und wir stehen in Kontakt mit den rumänischen Behörden und dem rumänischen Generalkonsulat in Berlin, um die Einreise ermöglichen zu können (David hat bisher ebenfalls keinen Pass und für die Beantragung sind normalerweise beide Elternteile vor Ort in Rumänien nötig).

“Ich habe meine Bibel vergessen” war das erste, was Marias Papa Janosch nach der Landung in Siegerland äusserte. Wir legten sie schnell in Lacis Gepäck und so hat er jetzt sein ganzes Hab und Gut bei sich: Handy und Bibel. Er ist nun erst einmal in einem Elternzimmer untergebracht. Am Telefon erzählt er seiner Frau aufgeregt: “ich habe alles hier: Kühlschrank, Dusche, Kleiderschrank!” Das Alles sind Dinge, die er noch nie besessen hat. Es hilft ihm, sich wohlzufühlen, denn es ist nicht einfach, so plötzlich in einem fremden Land und einer so völlig anderen Umgebung zu sein.

Bernd brachte ihm ein Überlebenskit mit: Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung aus unserem Hilfsgüterlager wechselten den Besitzer. Wir leisteten Aufklärungsarbeit und bereiteten ihn auf die nächsten Wochen vor, denn er wird einige Zeit in Deutschland verbringen.

Jetzt seid Ihr erstmal auf dem aktuellen Stand. In Marburg läuft die Diagnostik auf Hochtouren und wir hoffen, Euch Anfang der nächsten Woche genauere Infos über Marias Gesundheitssituation geben zu können. Vielen Dank für alle bisher eingegangen Spenden, die wir auch weiterhin benötigen, damit wir alles bezahlen können. Bitte gebt unsere Infos und die Kampagnenseite www.rette-ein-leben.de weiterhin so engagiert weiter.

Herzliche Grüße
Bernd Druschel
Das kunterbunte Kinderzelt e.V.

Bernd Druschel
Bernd Druschel
Leiter und Visionär unserer Tätigkeiten
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  • Hanna Müller
    Antworten

    Lieber Bern, ich denke an Euch und wünsche Euch viel
    Segen und Kraft für die nächste schwierige Zeit.
    Ich werde mich in den nächsten Woche mal telefonisch melden.
    Liebe Grüße Hanna

  • Jörg Weber
    Antworten

    Ihr seid ein gutes Beispiel im Umgang mit Menschen. So sieht gelebtes Christentum aus. Glaube ohne Werke ist toter Glaube. Dem Herrn sei Dank, daß es euch gibt.

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