Tourtagebuch Sommer 2011, Teil 2

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DSC06760Es ist 7:00 Uhr – ich sitze auf der Veranda unseres Blockhauses, in das wir gestern für 2 Nächte umgezogen sind. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern – das lauteste Geräusch ist das Getapper der Pferdewagen und ab und zu mal ein Auto. Ein wunderschöner Start in den Tag!

Zwei sehr unterschiedliche Tage sind vergangen. Vorgestern, also Donnerstag, haben wir auf gut neudeutsch einen „Homeoffice“-Tag eingelegt. Wir sind nach dem Frühstück in unserer Pension geblieben und haben eine Menge Dinge besprochen, für die in der Hektik des Kinderzelt-Alltages keine Zeit bleibt. Und da wir einen ziemlich schnellen Internetzugang haben, hat jeder mittags noch seine Hausaufgaben machen können. Daniel hat am Videoprogramm gebastelt, ich habe mit unserer Mailing-Liste gekämpft und Bernd hat einen ganzen Stapel Post besiegt ;-)
Abends bekamen wir Besuch jungen Engländer, der in Bukarest lebt, aber derzeit in Balan ein Sommercamp für Kinder mitorganisiert und durchgeführt hat. Er trägt sich mit dem Gedanken mehr für die Kids in Balan zu tun und da liegt es natürlich nahe, miteinander ins Gespräch zu kommen und Bernd hat ihm die Vision von „Das kunterbunte Kinderzelt“ sehr spannend erklärt.
Gestern waren wir dann den ganzen Tag in Balan unterwegs. Diesmal hatten wir im Kindergarten mehr Glück. Wegen der dreimonatigen Schulferien sind derzeit nur wenige Kinder da, aber deren Freude war groß, als sie den Karton mit dem neuen Sandspielzeug auspacken durften! Eines unserer Kindergartenkinder haben wir dann zu Hause besucht – und das hatte einen besonderen Grund. Alex Banu ist das Patenkind einer Schulklasse der Grundschule Oberleichtersbach. Die haben zwei große Kisten für ihn gepackt und wir haben ein kleines Video von der Übergabe gedreht.

Natürlich treffen wir in der Stadt immer wieder „unsere“ Kids. Manche schauen ein wenig schüchtern, andere rennen winkend unserem Bus hinterher und dann gibt es noch so Mädels wie Andrea. Als sie Bernd entdeckte führte sie ein Freundentänzchen auf und ist ihm strahlend in die Arme gelaufen. Eine unglaubliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass sie als Dreijährige bei der Aufnahme ins Patenprogramm nicht lachen wollte, weil es „nichts zu lachen gibt“.

Wir haben aber nicht nur Patenkinder besucht – wir haben auch einen Jungen ins Patenprogramm aufgenommen. Das hat uns allen total Spaß gemacht, war es doch eine sehr sympathische Familie mit zwei richtig wilden Jungs. Die beiden reagierten erstmal total schüchtern auf Mira und Raphaela, doch später sind sie herumgetollt und haben alle zusammen gespielt. Die Wohnsituation war sehr beengt – eine winzige Wohnküche, ein kleines Schlafzimmer für alle, ein Plumsklo im Freien. Außerdem wohnt in dem winzigen Häuschen noch der Schwiegervater. Wir sind dann gemeinsam zu unserer Ausgabestelle für Hilfsgüter gefahren und haben ein paar dringend benötigte Sachen rausgesucht. Es war schon witzig, als ich bei der Suche nach Kinderkleidung auf eine Kiste von meiner Schwester stieß. Eingedeckt mit Kleidung, Geschirr, Matratzen und einer großen Rolle Linoleumfussboden haben wir sie nach Hause gebracht.

Ich setze mich jetzt an den von Mira gedeckten Frühstückstisch – auf in den Tag ;-)

Daniela Möller
Daniela Möller
Daniela Möller setzt sich ehrenamtlich in den Bereichen der Event-Organisation ein und leitet die jährliche Weihnachtspäckchenaktionen.
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