Tourtagebuch Sommer 2011, Teil 1

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p1110536Auf einer Postkarte würde ich jetzt bestimmt so etwas wie “sommerliche Grüße aus dem malerischen Rumänien” schreiben – aber wir sind ja nicht zum Spaß hier ;-) und außerdem gibt es hier viiiiiel mehr zu erleben und somit auch viel mehr zu berichten, als auf eine Postkarte passt. Daher werden wir Euch in den nächsten 1½ Wochen via Internet über unsere Erlebnisse berichten.

Was soll ich über die Fahrt schreiben? Da reichen wohl ein paar kurze Stichpunkte: 23 Stunden Fahrtzeit, 2 Fahrer, 3 Beifahrer, 1 Maus – Lillebi, der Mäuserich aus dem Hause Steinbeck (mehr dazu in Kürze). Teilweise 36° C Außentemperatur, gefühlte Saunabedingungen im Bus, kein Stau, keine Unfälle, Fahrt durch herrliche Landschaft, außergewöhnliche Verkehrsteilnehmer (siehe Bildergalerie). Es hat irgendwie Spaß gemacht!

Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse unserer Pension haben wir uns heute morgen auf den Weg nach Balan gemacht. Ach ja, ich muss ja erstmal schreiben, wer diesmal mit auf Tour ist: Bernd mit seiner Tochter Mira, Daniel, unser Computerfachmann, und ich mit meiner Tochter Raphaela.

In Balan haben wir natürlich zuerst unseren Kindergarten “Kindernestchen” besucht. Allerdings waren alle ausgeflogen, sprich: haben einen Ausflug in die Berge gemacht. Wir werden wieder kommen…

Dann ein bisschen einkaufen, ein bisschen auf Bernd warten, der telefoniert oder andere wichtige Gespräche führt und schon hat sich eine besondere Situation ergeben, auf die wir reagieren konnten: Wir haben eine Zigeunerfamilie aus Sandominic getroffen, die Mülltonnen nach brauchbaren Dingen durchsuchte. Wer sich noch an unsere Weihnachtspäckchenaktion erinnert — es handelte sich um die Eltern des Jungen mit dem kleinen grünen Elefanten. Wir sind mit ihnen zu unserer Hilfsgüterausgabestelle gefahren; wir im Minibus, sie mit dem Pferdewagen. Dort statteten wir sie mit Matratzen, Babybekleidung und Geschirr aus. So kann ich gleich am ersten Tag wieder die Frage beantworten, ob die gespendeten Hilfsgüter denn bei den Menschen ankommen.

DSC06575-150x150Dass unsere Hilfe Leben verändert, darüber konnte ich mich beim Besuch meines Patenkindes Ramona überzeugen. An Ostern ist sie mit ihren Eltern aus einer 5m² großen Hütte in eine kleine, aber sehr nette, 2 Zimmerwohnung in Gheorgheni gezogen. Ein unglaublicher Fortschritt für die Familie, von dem Ramona am meisten profitiert hat. Darüber hinaus bekommt sie auch noch Nachhilfeunterricht von der Vermieterin und hat Spielkameraden in der Nachbarschaft gefunden. Sie war so aufgeweckt, hat gestrahlt und nach kurzer Zeit haben die Mädels im Garten Ball gespielt. Wir werden Ramona in den nächsten Tagen noch öfter sehen, da Daniel in die Einliegerwohnung der Vermieter einziehen wird. Er hatte sich nach seinem ersten Besuch im Frühjahr sofort entschieden, eine längere Zeit in Rumänien zu verbringen. Land und Leute kennenzulernen, die Kultur und Lebensweise der Zigeuner besser zu verstehen und die Arbeit unserer Mitarbeiter vor Ort zu unterstützen – das sind doch Gründe genug, Deutschland den Rücken zuzukehren!

Nun sind wir noch zu einem unserer Sorgenkinder gefahren. Die Geschichte von Josef, dem total sympathischen Spitzbub und noch dazu Patenkind von unserem Mitarbeiter Kai Handel, hat uns alle in den letzten Monaten sehr berührt. Seit einem Pferdetritt ist er auf dem linken Auge erblindet. Die schlechten hygienischen Zustände führen leider ständig zu Entzündungen, die schlimmstenfalls in einer vollständigen Erblindung resultieren können. Wenn alles klappt, dann kann er kurzfristig nach Deutschland kommen und dort operiert werden. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

Daniela Möller
Daniela Möller
Daniela Möller setzt sich ehrenamtlich in den Bereichen der Event-Organisation ein und leitet die jährliche Weihnachtspäckchenaktionen.
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