Danielas Tagebuch von der Weihnachtspäckchentour, Teil 5

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Das schönste an der Weihnachtspäckchenaktion ist natürlich das Verteilen in Rumänien. Für alle Zurückgebliebenen führt Daniela Möller ein Tourtagebuch.

Ich habe jetzt den ersten Satz zum dritten Mal gelöscht – irgendwie weiß ich gar nicht, wie ich unseren heutigen Tag in Worte fassen kann. Vielleicht fange ich erstmal mit dem Wetter an, denn heute hat sich der Winter in Balan von seiner schönsten Seite gezeigt.

Der Schnee der letzten Tage hat sich wie eine weiße Haube auf die Stadt gelegt und heute kam noch blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und eine angenehm trockene Kälte hinzu, mit einem Wort: Winterwonderland!

Nach dem Frühstück haben wir alle zur Verfügung stehen Autos voller Päckchen gepackt und sind nach Gheorgheni gefahren (das ist eine Kleinstadt rund 30km von Balan entfernt). Hier wurden wir schon sehnsüchtig erwartet: an der Zigeunerschule hatten sich rund 100 Kinder aus den umliegenden drei Zigeunersiedlungen versammelt. Als wir ankamen war schon so richtig was los und als wir aus dem Bus ausstiegen, fingen die Kinder auf einmal an zu singen. Das war der schönste Empfang, den man sich vorstellen kann. Seit Anfang des Jahres, besucht ein Pastor regelmäßig die Siedlungen und hat sich besonders der Kinder angenommen. Und welch positiven Impuls die Kinder davon bekommen, davon konnten wir uns nun selbst überzeugen.

Ich habe ein paar Bilder mitgeschickt, die natürlich nur begrenzt die Atmosphäre wiedergeben können. Ich empfand wie so oft sehr zwiespältige Gefühle, beim Anblick der Kinder. Einerseits die aufgeweckte Fröhlichkeit in vielen Gesichtern, das inbrünstige Singen aus voller Kehle und die Vorfreunde auf die Weihnachtspäckchen. Aber andererseits standen da auch viele total verfrorene kleine Mädels und Jungs, oftmals viel zu dünn für diese Temperaturen gekleidet, dreckig und mit entsetzlichen Rotznasen. Doch genau diesen Kids möchten wir ein winziges Stückchen Kindheit schenken oder „mit einem kleinen Päckchen große Freude bereiten!“

Wir haben dann versucht, die Päckchenübergabe im Freien durchzuführen und das hat auch am Anfang ganz gut geklappt. Natürlich geht es nicht so geordnet wie in Balan zu, wo die Lehrer für Ordnung sorgen. Später wurde es schwierig die Päckchen zu überreichen und wir haben die Aktion erstmal beendet. Nach einer kurzen Lagebesprechung waren wir dann noch in der Almastraße, der kleinsten Zigeunersiedlung und haben dort Päckchen verteilt. Wie im letzten Jahr, sind wir von Haus zu Haus gegangen und haben die Päckchen den Kindern überreicht. Das hat wunderbar geklappt und total Spaß gemacht.

Zum krönenden Abschluss stand dann noch die Weihnachtsfeier in unserem Kindergarten „Kindernestchen“ auf dem Programm. Wir verstehen zwar nicht, was die Kinder gemeinsam mit Lilli und Mathild eingeübt haben und so ganz kann ich auch nicht die „Verkleidung“ der Kinder nachvollziehen, doch es war wieder total schön anzuschauen, wie sich unsere Kindernestchen-Kinder entwickeln. Vielleicht kann Eddi uns im nachhinein ein wenig übersetzen. Auf jeden Fall leisten Lilli und Mathild hervorragende Arbeit!

So, morgen ist schon unser letzter Tag und wir haben ein strammes Programm vor uns. Hoffentlich schaffen wir alles, doch wie lautet eine Kinderzelt-Weisheit? Alles wird gut!

In diesem Sinne… gute Nacht.

Daniela Möller
Daniela Möller
Daniela Möller setzt sich ehrenamtlich in den Bereichen der Event-Organisation ein und leitet die jährliche Weihnachtspäckchenaktionen.
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