Unser Sorgenkind Roland Kalusi

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Hier Rolands Geschichte:

Im September 2008 nahm ein junges Elternpaar nach langer Odyssee durch verschiedenste Krankenhäuser Rumäniens Kontakt zu unserer rumänischen Niederlassung auf. Ihr  damals gerade zwei Jahre alter Sohn Roland litt unter einer angeborenen tumorartigen Missbildung im Halsbereich und Brustkorb, einem so genannten Lymphangiom.

Da diese Erkrankung in Rumänien nicht behandelt werden kann, stellten wir ihn im Dezember 2008 in der Marburger Uniklinik vor, welche eine der wenigen Kliniken in Europa ist, die bereits Erfahrung in der Behandlung solcher Lymphangiome hat.  Nach einer ausgiebigen Untersuchung konnte Roland mit seinen Eltern wieder nach Hause reisen, da zum damaligen Zeitpunkt kein akuter Handlungsbedarf bestand. Es war geplant ihn von nun an jährlich dort zu untersuchen.

Am 11.06.2009 jedoch verlor Roland im Wartezimmer eines Arztes, bei dem er wegen einer Erkältung behandelt wurde, aufgrund eines akuten Atemstillstandes das Bewusstsein. Glücklicherweise hat der Arzt sofort reagiert, ihn intubiert und per Hubschrauber in das nächste Kreiskrankenhaus fliegen lassen.

Laut  Diagnose der rumänischen Ärzte war das Lymphangiom durch die Erkältung, die sich mittlerweile zu einer Lungenentzündung entwickelt hatte, so stark angeschwollen, dass es  die Luftröhre komplett abgedrückt hatte. Auf der Intensivstation des Kreiskrankenhauses Targu Mures wurde Roland in ein künstliches Koma versetzt, ohne Aussicht auf adäquate Behandlung. Infolge dessen verschlechterte sich sein Zustand so stark, so dass wir uns entschlossen, ihn nach Deutschland zu holen, da ihm die rumänischen Ärzte nur noch wenige Tage zu leben gaben.

Um den im Koma liegenden und beatmeten Jungen nach Deutschland zu bringen, beauftragten wir auf unserer Kosten eine Flugambulanz. Diese flog ihn dann am 23. 06.09 in einem Ambulanzflugzeug mit der notwendigen Intensivausstattung in das Marburger Uniklinikum.

Dies war für uns mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden. Wir entschlossen uns daher zu einem groß angelegten Spendenaufruf und so es ist gelungen, innerhalb kurzer Zeit die benötigten Mittel aufzubringen.

Bereits am 26.06.2009 wurde ein Teil des Lymphangioms operativ entfernt, um den Druck von den Atemwegen und der Halsschlagader zu nehmen. Im Verlaufe dieser Operation wurde  auch ein Luftröhrenschnitt vorgenommen, so dass Roland kurze Zeit später wieder aus eigener Kraft atmete.

Nun begann eine Zeit des Wartens, Bangens und Hoffens, denn Roland wachte zunächst nicht aus dem Koma auf und es war nicht abzusehen, ob er durch den Sauerstoffmangel einen Hirnschaden davon getragen hatte. Nach einer Woche kam er dann langsam zu sich und erholte sich zur Freude aller Tag für Tag zusehends, so dass er die Intensivstation bald verlassen konnte.

In den nächsten Wochen wurde Roland liebevoll aufgepäppelt, denn er war durch die lange Zeit im Koma sehr geschwächt und erholte sich nur langsam. Anschließend wurde er dann in eine Kinder-Rehabilitationsklinik verlegt.

Am 08.09.2009 erfolgte dann  in Marburg die zweite Operation. Das im Brustkorb verbliebene Lymphangiom war nach Aussage des Kinderchirurgen “monströs”. Es habe sich wie eine Krake um alle Lebenswichtigen Gefäße geschlungen und große Teile des rechten Lungenflügels verdrängt. In einer etwa 10-stündigen Operation hat das interdisziplinäre Ärzte-Team großartige Arbeit geleistet. Nach einem weiteren Aufenthalt in der Rehaklinik, wurde Roland nun nach über vier Monaten Krankenhausaufenthalt Ende Oktober aus der Klinik entlassen.

Besonderer Dank geht an die vielen Unterstützer, die dazu beigetragen haben, sein junges Leben zu retten! Jede einzelne Spende, ob groß oder klein hat geholfen!

Namentlich möchten wir uns bedanken bei Frau Herzmann vom sozialen Dienst der Uniklinik Marburg, sowie den Ärzten des Uniklinikums Marburg, Dr. Eivazi, Dr. Leonhardt, Dr. deMooy, Dr. Rohweder, Dr. Zovko und Prof. Dr. Moosdorf, die unseren kleinen Patienten und seine Eltern während dieser Zeit betreut und behandelt haben.

Vielen Dank!

Das Team des kunterbunten Kinderzeltes im Namen des kleinen Roland und seiner Eltern

Michael Hübl
Michael Hübl
Michael Hübl ist Gründer der flinc AG und unterstützt uns in seiner Freizeit gerne ehrenamtlich auf Events.
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